Krakau

Nach der langen Busfahrt, die morgens auf dem Schulhof beginnt und am frühen Abend im „Secret Garden Hostel” im ehemaligen jüdischen Viertel von Krakau endet, folgt der erste unvergessliche Eindruck: Krakau bei Nacht. Auf dieser Fahrt hatten wir unglaubliches Glück mit dem Wetter, und diese wundervolle Stadt mit toller Beleuchtung in einer milden Sommernacht ist wirklich eine Reise wert.
Gelegenheiten zum günstigen und wirklich guten Essen gibt es unterwegs viele und auf dem Hauptmarkt, dem Rynek, ist die erste Führung zu Ende und wer will, kann in Kleingruppen weiter die Stadt erkunden.

Am nächsten Tag folgt dann eine Stadtführung zur polnischen Geschichte mit allen touristischen Sehenswürdigkeiten wie dem Wawel, der Universität und den Tuchhallen. Die Marienkirche ist leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Ab Mittag ist der Tag wieder zur freien Verfügung.

Der Dienstag ist der anstrengenste Tag der Woche. Wir müssen früh aufstehen, weil wir nach Wieliczka in die Salzmine fahren. Das Bergwerk ist die meistbesuchte Touristenattraktion in Polen und wirklich sehenswert. Zu Fuß geht man über ein Treppenhaus 60 Meter hinunter und bekommt dann unter Tage eine 2½ stündige Führung durch Abbaukammern und unterirdische Seen. Highlight ist eine unterirdische Kirche, die komplett aus Salz geschnitzt wurde, inklusive der Kronleuchter. Sehr beeindruckend!  

Nach einer kurzen Pause im Hostel erleben wir mit den Besuchen der KZ-Gedenkstätten Auschwitz I und II die bedrückendsten Momente der Reise. Wir haben zwei vierstündige Führungen gebucht. Am Dienstag besichtigen wir das Stammlager Auschwitz I. Das Lager ist voll mit Besuchern, alles ist eng getaktet. Unsere Führung buchen normalerweise Geschichtsstudenten. Der Gedenkstättenführer ist zunächst skeptisch, ob so junge Schüler so lange durchhalten. Und tatsächlich sind die meisten beim letzten Besichtigungspunkt, dem Krematorium erschöpft. Die Ausstellungen mit Menschenhaaren, Kleidung und besonders mit Kindersachen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Aber dennoch hört man nur Positives über den interessanten Tag und die überwältigenden Erlebnisse.

Am nächsten Morgen geht es dann nach Auschwitz II Birkenau, dem eigentlichen Vernichtungsort. Wir sehen alle wichtigen Teile des Lagers - von den Quarantänebaracken über Sanitärbaracken bis hin zur zur Rampe und zu den Vernichtungsanlagen. Dort ist der Wasserstand in den Ascheteichen so niedrig, dass man menschliche Knochenstückchen sehen kann. So etwas ist sehr interessant, aber wirklich schwer zu ertragen. Dort, wo die Gepäckstücke der Ermordeten sortiert wurden, Kanada genannt, liegen noch Brillengläser auf dem Boden.
Als wir das Lager verlassen, sind wir die letzten Besucher und es dämmert schon. Der Gedenkstättenführer, der nebenbei gesagt, seine Sache hervorragend gemacht hat, lobt das Durchhaltevermögen und das Interesse unserer Gruppe ausdrücklich.

Am Donnerstag machen wir den zweiten Teil der Stadtführung, einige Drehorte von Schindlers Liste im jüdischen Viertel, das ehemalige Ghetto und die Schindlerfabrik in der Lipowastraße, die heute ein sehr sehenswertes Museum zur Besatzungszeit ist. An der Weichselbrücke werden wieder die Schülergruppen entlassen und können eigenen Interessen nachgehen.

Der Freitag ist dann nur noch der Abreisetag. Noch einmal winken und versprechen, dass dies nicht das letzte Mal in Krakau gewesen sein wird.

Wer wissen will, wie toll es wirklich war, muss nur einen der Teilnehmer fragen!
Auch 2019 soll es wieder eine Fahrt geben, bei Interesse bitte bei Herrn Seikowski melden.

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